![]() Blick auf das Gut Schierensee |
![]() Gutshaus Schierensee |
![]() "Lustiger Bruder" Schierensee |
![]() Gedenkstein Schierensee |
![]() Meierei von 1887 Schierensee |
Schönberg, (vorm. Sconenberg, Schonenberghe), ein großes fleckenähnliches Kirchdorf 1/2 M. von der Ostsee, 2 1/4 M. nordwestlich von Lütjenburg, in der Probstei, zum Kloster Preetz gehörig, Pr. Kiel. Br. 54° 23` 47"; L. 28° 2` OO" - Es besteht aus 8 Vollh., 11 Halbh., 1 Dreiachtelh., 6 Viertelh., 2 Achtelh., 57 Kathen mit und 48 Kathen ohne Land. Die nördlich auf einer Anhöhe in den Salzwiesen gelegene Dreiachtelhufe und 1 Kathe heißen Holm; 5 nordöstlich ausgebaute Halbhufen und mehrere Anbauerstellen mit einer Nebenschule werden Neu=Schönberg genannt. 5 Viertelhufen führen den Namen Siebentheilen und haben nur 7 bis 9 Ton. Land. Eine Kathe im Dorfe heißt Vicarienhaus. Nördlich an der Ostsee liegen 2 Fischerkathen, von denen jedoch eine zu Stakendorf gehört, bei diesen liegen Badekarren und es ist hier ein gutes in den letzten Jahren von der Umgegend aus vielbenutztes Ostseebad. - Die erste Kirche wird 1259 bereits genannt; die jetzige ward nach dem großen Brande (s. unten) in den Jahren 1780 bis 1782 einfach, aber im edlen Style erbaut; sie ist geräumig; der an derselben stehende Thurm hat eine kleine Spitze. In der Kirche sind 2 Emporkirchen und eine sehr gute Orgel; die Kanzel ist über dem Altare. Ein Altarkelch mit Mönchsschrift ist aus dem Jahr 1463. Claus Wiese, welcher nach Batavia ging, daselbst Todtengräber ward und 1729 starb, vermachte dieser Kirche von seinem ansehnlichen Vermögen 3000 Gulden, welches Capital belegt und im Laufe der Zeit bedeutend größer geworden ist. Die beiden Prediger präsentirt das Kloster; die Gemeinde wählt. Eingepfarrt: Barbek, Fernwisch, Fiefbargen, Gödersdorf, Höhndorf, Holm, Krokau, Krummbek, Schönberg, Neu=Schönberg, Silberberg, Sommerhof, Stakendorf, Wisch. - Schönberg hat 2 Schulen; die Hauptschule des Organisten (170 K.) und die Elementarschule (130 K.). Neu=Schönberg mit Holm und einigen Kathen haben eine Nebenschule (24 K.) - Vz.: 1470. - Im Dorfe wohnt der Klostervogt der Probstei als Districtsbeamter; unter ihm stehen 2 Polizeidiener; auch ist hier ein Zollassistent angestellt. - Hier sind eine Apotheke und 3 Aerzte; ferner 2 Gastwirthe, 3 Krämer, 1 Töpfer, 1 Färber und Handwerker aller Art; die Zahl der concessionirten beträgt 70. Kornwindmühle östlich vom Dorf. - Schönberg hat eine milde Stiftung des vormaligen 1765 verstorbenen Pastors Matthäus Chemnitz von 1000 ??? v. Ct., deren Zinsen zur Hälfte zu Schulbüchern für arme Kinder und zur Hälfte zu Hausmiethe für 5 arme Wittwen bestimmt sind. - Krammärkte werden hier am Montage in der vollen Woche nach Ostern und am Dienstage nach dem ersten Advent gehalten, - Die Wasserfluth im Jahre 1625 war für die Wiesen der Dorfschaft sehr verderblich. Schönberg brannte im August Monat 1779 mit der Kirche und bis auf wenige Häuser ab, ward aber verschönert wieder aufgebaut. - Hier war vormals eine dem Heil. Georg geweihte Capelle, welche auf einer Wiese des Hauptpastorats gestanden hat, die noch jetzt Capellenwiese genannt wird. - Im Jahr 1471 gab es hier 3 Gilden und Brüderschaften, die des Heil. Leichnams, der Jungfrau Maria und des St. Jürgens; auch war hier eine St. Lorenzgilde. - Areal: 1122 Steuertonnen. Der Boden gehört zu der schwererern Art, ist aber an einigen Stellen kaltgründigt; Hölzungen sind nicht da und nur in den Wiesen wird etwas Torf gegraben. Einige Hufner besitzen Erlenbrüche. Es wird viel Saatkorn nach Mecklenburg und Pommern verkauft. Die Eingesessenen haben Parcelen in den Salzwiesen. Längs dem Dorfe fließt die Schönberger=Au, welche aus dem Passader=See kommt, gegen Norden fließt und sich in den Salzwiesen theilt, indem ein Arm sich östlich dem Schierbek zuwendet, der Hauptarm aber, auch Kuhbrücksau genannt, gegen Westen längs der Colberger Haide durch eine Schleuse in den Barsbeker Binnensee fällt (s. Salzwiesen). Die Ländereien des ehemaligen klösterlichen Meierhofes Schönberg, welcher bald nach 1586 niedergelegt wurde, sind größtentheils unter die Eingesessenen parcelirt; ein ehemaliger Schlag desselben hieß Stadtweide. Bei der Dreiachtelhufe Holm lag ehemals der Hof Holm (Holmis, to dem Holmene), den 1421 Hartwig Reventlow vom Kloster gepachtet hatte und der im 16. Jahrh. noch vorhanden war. An der Stelle von Neu=Schönberg lag vormals das Dorf Lynow (Lynnauwe, Linowe), wlches noch 1513 vorhanden war; die Stelle desselben, auf der jetzt Neu=Schönberg liegt, wurde vor dem Anbau des letzteren Dörpstedt genannt. Ein ehemaliger Hof auf der Feldmark soll Veldemhof geheißen haben und in der Ueberschwemmung am 10. Febr. 1625 untergegangen sein; von einer ehemaligen Besitzerin desselben wird noch manche Sage erzählt und ein Platz wird noch Verwellenberg genannt, wo man Ueberreste alter Gebäude finden will. - Vz. des Ksp.: 4477.
Schwartbuck (vormals Zwartepuc, Suarzepouc)
Dorf 1 ¼ Meilen nordwestlich von Lütjenburg, an der Köhner-Au, im Gut Schmohl, Kirchspiel Gikau. Es enthält 8 Vollhufen und 58 Instenkathen. Zwei Hufen heißen Krumbreiten und Söhren, 4 Kathen Schwartbuckerholz, eine Kathe Eggersteich, eine Kathe Brünerbröken und eine Holzvogtskathe im Rögen. - Hier ist ein Wirtshaus. - Schule mit 140 Kindern. - Volkszahl: 998, darunter 1 Höker, 1 Schmied, 2 Rademacher und mehrere andere Handwerker. - Areal: 588 Steuertonnen, worunter 64 ½ Tonnen Wiesen. Der Boden ist flach, etwas wasserhaltig, aber doch ein fruchtbarer Weizenboden. - Dieser Ort, dessen Ländereien sich bis an die Scheide der Probstei erstrecken, wird schon 1216 erwähnt. Auch kommt 1249 ein holsteinischer Adliger Namens Lüder von Zwartepuc vor.
Schleswig-Holstein Topographie Serie
Deutsche Quelle: Schroeder/Biernatzki
Transcription des deutschen Textes: Ute Boock (07/2006)
(*) Erklärungen für Begriffe mit diesem Hinweis (*),
finden Sie hier .
Schleswig-Holstein Topographie Serie
Deutsche Quelle: Schroeder/Biernatzki
Transcription des deutschen Textes: Ute Boock (07/2006)
(*) Erklärungen für Begriffe mit diesem Hinweis (*),
finden Sie hier .
Schwartenbek (vormals Schwartenbeke)
Adeliges Gut am Eider-Canal, 1 Meile nordwestlich von Kiel, im Kieler Güterdistrict, Kirchspiel Flemhude. - Dieses vormalige aus 5 Hufen bestehende Dorf verkaufte im Jahre 1352 Wulf von Hagen zum Teil an den Kieler Magistrat zur Stiftung einer Vicarie der Capelle St. Gertrud in Kiel und der Bürgermeister Otto Enendorp in Kiel vermachte 1358 hier einen Hof den Kieler Armen. Im 17. Jahrhundert, als alle dem Kloster gehörigen Landgüter gegen eine jährliche Pacht dem Herzog überlassen wurden, kamen diese Besitzungen unter die Verwaltung des Amtmannes von Kiel und nachdem aus dem Amte Kronshagen ein Gut gebildet war, wurde auch Schwartenbek dazu gelegt und aus dem niedergelegten Dorf ein Meierhof errichtet. Er wurde im Jahre 1769 verkauft und am 21. August 1776 Freiheiten und Gerechtigkeiten eines adeligen Gutes erhielt. Besitzer waren: 1794 A. H. Müller; 1800 Dr. Heinze; 1803 C. L. Kuhlmann; 1816 dessen Witwe; 1817 J. Runge; 1819 J. A. W. Mertens; 1834 Ad. Thierry; seit 1854 dessen Erben. - Schwartenbek hat einen jährlichen Betrag von 641 R. M. an die königliche Kasse zu zahlen. Die Landsteuer beträgt 188 R. M. - Das ganze Gut besteht jetzt aus dem Haupthofe, einer zugekauften Stelle zu Nienbrügge, der Kanalkathe, Holzkathe und einigen Suchsdorfer Ländereien. - Das Areal des haupthofes beträgt 326 Tonnen 2 Scheffel 29 Ruthen a 240 Quadrat Ruthen, worunter Wiesen etwa 20 Tonnen, Hölzung 2 Tonnen, Moor 3 Tonnen und Teiche 5 Tonnen. Die Nienbrügger Stelle enthält 26 Tonnen a 260 Quadrat Ruthen und die Suchsdorfer Ländereien enthalten 7 Tonnen a 240 Quadrat Ruthen. Der Boden ist ein milder Lehm und ein vorzüglicher Weizenboden; die Wiesen sind moorig, können alle bewässert und zweimal im Jahr geschnitten werden. Am Hof liegt ein Karpfenteich. Im Landregister von 1632 heißen einzelne Ländereien: Kurnsfort, Rögen, Wulfsrade, Möllenholz und Möhlenwisch. Eine Koppel heißt Bauerfeld. - Volkszahl ohne die Kronshagener Stelle: 47, worunter 1 Schmied. - Das Wohnhaus brannte 1825 ab und das Meiereigebäude ist jetzt als Wohnhaus eingerichtet. - Reuterpferde werden nicht gestellt.
Schleswig-Holstein Topographie Serie
Deutsche Quelle: Schroeder/Biernatzki
Transcription des deutschen Textes: Wolfgang Boock (07/2006)
(*) Erklärungen für Begriffe mit diesem Hinweis (*),
finden Sie hier .